Kinder erforschen ihre Umwelt

Zittau, 05. Oktober 2007. Die Bildungsinitiative "Haus der kleinen Forscher" ist jetzt auch in Sachsen gestartet. In bisher 31 Kitas und Kindergärten können Jungen und Mädchen spielend ihre Neugier für die Fragen des Alltags ausleben. Mit kleinen Experimenten lernen sie, sich ihre Welt selbst zu erschließen. Das Zittauer Unternehmen Digades koordiniert als Partner der Initiative das Netzwerk aus Vorschuleinrichtungen vor Ort. Tretroller, Fussball und Schaukel sind für die nächste halbe Stunde uninteressant. Im integrativen Kinderhaus "Waldhäusl" Eichgraben versammelt sich eine Traube von Kindern um Gisela Glathe. Heute ist alles ein wenig anders: Wasser, Löffel, Salz und Teelichter hat die Erzieherin schon bereit gelegt. Das Projekt "Wasser als Lösungsmittel" kann beginnen. Sie gibt ein Löffel voll Salz in ein Gefäß mit Wasser. Das Salz scheint verschwunden zu sein. Großes Staunen in der Runde. Anschließend erhitzt Gisela Glathe etwas von dem Wasser auf einem Löffel. Das Salz kommt wieder zum Vorschein. Die Kinder trauen ihren Augen kaum und wollen es gleich selbst ausprobieren. Was Gisela Glathe macht, ist die Neugier der Knirpse für ganz alltägliche Fragen auf spielerische Art zu fördern. Sie ist eine von über 50 Erzieherinnen in Zittau, die heute ihr Kinderhaus in eine Forschungsstätte verwandelt hat – in das "Haus der kleinen Forscher". Die Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit Mc Kinsey & Company, der Siemens AG und der Dietmar Hopp Stiftung, einer der größten privaten Stiftungen in Europa, will Vorschulkinder mit einfachen Experimentieren für die Naturwissenschaft begeistern. Doch ohne die Unterstützung eines Unternehmens aus der Region hätte es an diesem Freitag im Kinderhaus nichts zu Staunen gegeben. Die Bildungsinitiative ist auf die jeweilige Umsetzung vor Ort angewiesen. Schützenhilfe für die kleinen Entdecker in der Region Zittau leistet die Digades GmbH. Bildungspate für ein Netzwerk von Kindergärten und Kitas zu sein – diese Idee ist bei Geschäftsführer Dipl.-Ing. Lutz Berger von Anfang an auf großes Interesse gestoßen. "Ich finde die Initiative großartig. Gerade in Bezug zur aktuellen Diskussion um den Fachkräftemangel in Deutschland befürworte ich es, bereits im Vorschulalter mit der Bildung anzusetzen. Auch die Pisa Studie hat gezeigt, dass es in Deutschland im Bereich der Naturwissenschaften noch viel zu tun gibt. Gern wollen wir mit unserer Unterstützung das positive Klima für Innovation und Forschung in Sachsen weiter pflegen und schon bei den kleinsten anfangen, um ihnen den Zugang zu Naturwissenschaften zu ermöglichen." Seit über einem halben Jahr laufen in Zittau bereits die Vorbereitungen. Bevor Kinderaugen zum Leuchten gebracht werden können, mussten die Erzieherinnen selbst noch einmal die Schulbank drücken. Digades koordinierte hierbei die Ausbildung von Gisela Glathe. Als Trainerin im Netzwerk  konnte sie in verschiedenen Workshops ihr Wissen an interessierte Erzieherinnen weitergeben. Zusätzlich erhielt jede Einrichtung einen "Forscherkoffer" mit Lehr- und Arbeitsmaterialien zum Experimentieren. Die Finanzierung hat das mittelständische Unternehmen übernommen. Berger sieht sich in seinem Engagement bestätigt: "Der heutige Tag hat gezeigt, dass die Anstrengungen in den vergangenen Monaten es wert waren. Es ist schön zu sehen, dass das Projekt bei den Kindern so großen Anklang gefunden hat. Umso mehr freut es mich, dass damit unser Pioniergeist belohnt wurde." Digades ist das erste Unternehmen deutschlandweit, dass sich für diese Initiative als Projektpartner engagiert.